Halbgott-Schmiede

1. Tag der Ausbildung

Die Berichte des Abu ibn Abu

Es ist der 2. Tag im Monat des Schlingers oder wie die Bosparaner sagen würden, 32. Effard.
Bosparan ist wirklich groß, nicht das ihr mich falsch versteht, ich mag es nicht Sklave zu sein, ich rede einzig und allein von den Ausmaßen der Stadt und seinen Vorstädten. Jede einzelne Vorstadt ist so groß wie Yol-Fassar und es wahren mehr als drei solcher Vorstädte, Bosparan dann selber ist auch noch mal mindestens so groß wie drei mal Yol-Fassar, einfach gigantisch.
Mein Dominus Lucardus YaTharios hat mir befohlen mich bei der Prätorianer-Garde einzuschreiben, irgend so eine Militär Klamotte ist das wohl, ich bin gespannt.

Bei der ersten Ansprache im Innenhof der Kaserne stellt ein Centurio namens Athrenios von Belhanka die Prätorianer vor als “das Eliteregiment”, wo jeder eine schwarze Rüstung trägt, super stark ist und auch noch schlau, na der muss es ja wissen.
Mit dem Beitritt geben wir angeblich unseren Namen ab, dafür das wir das aber tun, stellen wir uns mit Namen vor und reden uns auch gegenseitig so an, ganz schön inkonsequent dieser Laden hier.
Erst einmal bekommen wir erzählt was hier alles so abgeht, fünf Uhr morgens aufstehen dann körperliches Training, dann Essen, dann geistiges Training, dann Essen und anschließend Freizeit von 18-22 Uhr, anschließend schlafen oder wache halten, wenn dieser Zeitplan wahr ist und auch das ich hier kein Sklave mehr sein soll, dann muss ich sagen, ist es Wert der Gefahr hier ins Auge zu blicken und zu hoffen das sich mein Schicksal wenden wird, wie es die große Spinne vorher geplant hat. Angeblich soll noch kein Prätorianer je in einem Kampf gefallen sein, wer’s glaubt wird selig.
Drei Jahre geht die ganze Suppe hier und anschließend, naja anschließend ist man wohl Prätorianer und beschützt den Horas, den obersten Herrscher der Bosparaner.
Im laufe der Zeit soll man hier wohl auch ein Schild bekommen und das bemalen, ich bin mal gespannt, Farbe habe ich hier noch keine Gesehen, aber was ich drauf Pinsel, das weiß ich schon.
Wir sind eine Decurie, also eine Einheit bestehnd aus zehn Prätorianeranwärtern, unser Gruppenanführer oder auch Decurio genannt ist Gaius Claudius Darbonius.
Der Decurio scheint herrisch zu sein, und meinem Dominus scheint das gar nicht zu passen, so ist es eben wenn man als Dominus mal wie ein Sklave zu kreuze kriechen muss, ich kann mich an der Peinigung meines Dominus gar nicht satt sehen.
Der Vorgesetzte unseres Decurios ist wohl ein Unteroffizier mit Namen bzw nicht Namen, haha, Amenelaos Phyrikos, wie sie alle keine Namen haben, ich schmeiß’ mich weg.

Zuerst soll ein Kampftraining gemacht werden, wir bekommen kurze Holzschwerter, die sich wie ich finde aber eher und besser wie Dolche führen lassen denn Schwerter. Es kämpfen der Decurio und mein Dominus gegen den Nordmann und mich. Bei allen Niederhöllen, wie soll ich denn meinen Dominus schlagen, wenn das hier doch nur eine Episode in Sachen Neugier meines Dominus ist und er morgen wieder geht, weil er keinen Bock mehr hier drauf hat, bekomme ich jeden Treffer den ich gegen ihn lande zehnfach zurück, was mache ich also, genau, ich schlage absichtlich gegen sein Schwert um ihn nicht zu treffen, aber den anschein zu wahren als das wir kämpfen würden, mein Dominus scheint das gleiche zu machen, wobei ich mir bei den ersten beiden Schlägen nicht sicher bin ob er absichtlich gegen meine Waffe schlägt, oder ob er versucht hat mich zu schlagen.
Auf einmal hört Lucardus auf auf mich ein zu schlagen und schaut mit etwas zusammen gekniffenen Augen den Nordmann neben mir an, ich bemerke das und höre auch auf zu schlagen, anscheinend ist er mehr am zuschauen interessiert zwischen dem Nordmann und unserem Decruio, als er auf einmal Igniqueris laut sagt und sich ein Kranz aus Feuer wie eine Schlinge um den Hals des Nordmanns bildet. Der Decruio versucht meine Unachtsamkeit mit einem Hieb zu strafen, den ich aber schaffe zu parrieren, während noch seine Waffe an meiner Waffe abgleitet, mache ich einen beherzten Sprung rückwärts um mich vom Decurio zu lösen. Der Nordmann scheint erschrocken und lässt sein Holzschwert fallen um zu versuchen die Feuerschlinge mit seinen Händen zu entfernen, was aber nur zu schmerzen in seinen Händen führt, während dessen er von dem Decurio angegriffen wird und Lucardus ruft: “Auf den Nordmann!”. Nach ein bis zwei Hieben wird das ganze vom Unteroffizier beendet und wir dürfen unter Führung eines verschrumpelten und humpelnden Grolms namens Orrgelmur dem Logistikmeister hier bei den Prätorianern unsere Zimmer beziehen.

Kaum haben wir alle Sachen in die Kisten unsere Zimmers gelegt als Lucardus ein Gesicht macht das ich schon kenne, er will etwas bzw. seine Neugier scheint angesprungen, also mache ich das was ich immer mache, ich frage meinen Dominus ob er etwas benötigt, er sagt nur ich soll mitkommen und so schweige ich und laufe ihm hinter her. Er führt mich nach draussen zum Centurio der fragt wo die anderen sind und ob er alleine mitbekommen hat das wir antreten sollen, darauf meint Lucardus das er es gehört hat, also den Befehl zum antreten und das die anderen noch auf der Stube sind. Der Centurio befehligt Lucardus einen Schlagstock für jeden zu holen und die anderen auch gleich mit zu bringen, also laufen Lucardus und ich los die Schlagstöcke zu holen, ja, drei mal dürft ihr raten wer die tragen muss, richtig ich, anschließend gehts auf die Stube und Lucardus sagt bescheid.
Die anderen sind so Freundlich und nehmen sich jeder einen Schlagstock und wir laufen zurück zum Centurio. Der scheint meinen Lucardus aber ganz schön auf der Pfanne zu haben, er will das wir ihn alle verprügeln, aber das wird nicht gut für mich ausgehen, ich darf nicht die Hand gegen meinen Dominus erheben als lasse ich meinen Schlagstock fallen und versuche mit meinem Körper den von Lucardus zu schützen, eine sehr schmerzhafte Erfahrung, aber auch wie Skorpione ihre kleinen Kinder schützend auf ihrem Panzer tragen wenn sie noch zu klein sind und sich nicht wehren können, so muss ich da stehen wo ich bin und der Panzer für meinen Dominus sein.
Der Centurio befiehlt halt und ich habe wohl doch noch Glück, nur ein einziger Schlag hat mich getroffen, eine leichte Betäubung macht sich in meinem rechten Oberschenkel breit, doch genug ist nie genug, der Centurio fragt ob ich Lucardus strafe hinnehmen will, und mit voller Stärke und Überzeugung nach außen hin sage ich ja, ein schmerzhafter Fehler. Alle schlagen auf mich, zumindest glaube ich das, die Welt dreht sich und auf einmal hebe ich sogar ein kleines Stück ab und lande außerhalb des Kreises den alle um mich herum gebildet haben dieser Riese hat mir einen Schlag dermaßen hart in den Magen gesetzt das ich schon gar nicht mehr laufen kann, aber um das Gesicht meines Dominus zu wahren und auf Gnade hoffen zu dürfen, versuche ich in den Kreis zurück zu kriechen, alles dreht sich und das Schicksal scheint mit mir zu sein, der Centurio sagt noch irgend etwas und dann Heilt mich dieser Nordmann, er heilt mich, dieser Nordmann muss magisch begabt sein, höchst interessant, die anderen scheinen das erst einige Stunden später zu verstehen beim Abendessen.

Der Centurio schickt uns über den Hindernissparkur, es ist hier echt lustig, hier kann man gut trainieren, ich muss mich mal erkundigen ob man hier auch in seiner Freizeit hin kann um sich zu verbessern, als der Decurio in die Gülle fällt, kann ich ihn endlich überholen und komme als erster im Ziel an, aber leider war ich nicht schnell genug, die Uhr war schon rum, aber eines Tages werde ich es schaffen, der Centurio und zwei seiner Männer machen es vor wie man das ganze schaffen kann mit Zusammenarbeit, aber mich interessiert das nicht, ich will diesen Hindernissparkur alleine in der Zeit schaffen, und wenn ich trainiere, dann wird das auch passieren.

Nun ist es 17 uhr, wir bauen die Esstische wieder auf und nehmen unser Abendbrot zu uns, aber von Brot alleine kann nicht die rede sein, nein es ist das beste und fleischahltigste Essen das ich seit meiner Gefangenschaft der Bosparaner hier bekommen habe, einfach super, ich stecke mir noch heimlich sechs Scheiben vom Brot ein, für den nächsten Morgen, denn morgens soll es nichts zu Essen geben und ich liebe es morgens etwas zu essen zu haben, ich finde es sogar noch viel wichtiger als abends gutes Essen, aber hier in dieser Kultur scheint das keiner zu verstehen.

Die Zeit ist reif, es ist 18 uhr und ich darf bis 22 uhr machen was ich will, ich gehe erst einmal zum Brajan Tempel, der gute Carach hat mir während der geistigen Fortbildungsstunde erzählt das man dort hingehen kann um lesen und schreiben zu lernen, ich treffe vor Ort eine Brajan Priesterin, die mir erzählen will das Brajan ein Götterfürst ist und über allen steht, so eine scheiße kann sie für sich behalten, aber naja was sagt man nicht alles um zu bekommen was man will, also spiele ich mit, sage schön ja und amen und siehe da, die Priesterin will mal schauen ob man hier nicht jemanden findet, der das schöne Tulamidya in Schrift vermitteln kann, und das beste kommt erst noch, es kostet nichts und bezahlt werde ich angeblich auch noch von den Prätorianern dafür das sie mich ausbilden und angeblich darf laut Gesetz mein ehemaliger Dominus mir nicht mein Geld weg nehmen. Nach dem ich aus dem Tempel raus bin schaue ich mich noch ein wenig um, es gibt hier einige Tavernen und ein Bordell, wo man für Geld ficken kann, ich muss mich mal bei meinen Mitkameraden schlau machen, was man so zahlt für Sex, ich will ja nicht zu viel Geld ausgeben.

Nun ist es schon spät, ich schlendere zurück und kann mich noch eine Stunde auf’s Ohr hauen, angeblich darf man hier laut Carach immer die erste Nachtwache halten, also bereite ich mich daraf vor, und ruhe mich aus.

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Frostgeneral Frostgeneral

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