Halbgott-Schmiede

Welcome to your campaign!
A blog for your campaign

Wondering how to get started? Here are a few tips:

1. Invite your players

Invite them with either their email address or their Obsidian Portal username.

2. Edit your home page

Make a few changes to the home page and give people an idea of what your campaign is about. That will let people know you’re serious and not just playing with the system.

3. Choose a theme

If you want to set a specific mood for your campaign, we have several backgrounds to choose from. Accentuate it by creating a top banner image.

4. Create some NPCs

Characters form the core of every campaign, so take a few minutes to list out the major NPCs in your campaign.

A quick tip: The “+” icon in the top right of every section is how to add a new item, whether it’s a new character or adventure log post, or anything else.

5. Write your first Adventure Log post

The adventure log is where you list the sessions and adventures your party has been on, but for now, we suggest doing a very light “story so far” post. Just give a brief overview of what the party has done up to this point. After each future session, create a new post detailing that night’s adventures.

One final tip: Don’t stress about making your Obsidian Portal campaign look perfect. Instead, just make it work for you and your group. If everyone is having fun, then you’re using Obsidian Portal exactly as it was designed, even if your adventure log isn’t always up to date or your characters don’t all have portrait pictures.

That’s it! The rest is up to your and your players.

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Die Halbgötter

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»Bevor du die Hunderttürmige erreichst, ganz gleich ob du aus Puninum, Cuslicum oder Belenas kommst,
wirst du Meilen vor den Toren der Stadt denken, Bosparan läge direkt vor dir. Doch immer wenn du glaubst,
endlich das Ziel erreicht zu haben, ist es doch wieder nur eines der weitläufigen Landgüter oder eines der mächtigen Legionslager,
die mit ihren Türmen, Schreinen und Säulenportiken eindrucksvoll den Weg säumen.  
Überall, wo man hinblickt, sieht man Rüstungen blitzen, Schwerter baumeln und Federbüsche durch die Menge schreiten.
Fast scheint es, als sei die Stadt ein einziges Soldatenlager. Aber wehe, dir geschieht ein Unrecht, rufe niemals einen Bewaffneten um Hilfe.
Entweder er ist nicht zuständig oder schlimmer noch, man hat damit den nächsten Verbrecher gerufen.«
unbekannter Verfasser

Charaktererschaffung:
1. Start GP 110
2. Eigenschaften 100 Punkte
3. Maximale Eigenschaftswerte 15

4. Regelbasis: Dunkle Zeiten
 Wege der Alchimie
 Von Toten und Untoten
 Elementare Gewalten

Der Ruf des Mittwalds
Exordium niger – 1. Tag der Ausbildung
Legenden sterben doch
Alles Routine
Waldesahnung
Die schwarzen Witwen
Grolme mit Bärten
Männer in Schwarz
Inspectores: by, land, akvedukt
Bauwerk für die Ewigkeit
Neues lebt, Altes stirbt
Vitis Shinxiris
Der Letzte Tag
Gott der dreizehn Namen
Ewig währendes Bosparan
Himmelsfeuer
Dunkle Zeiten
Friedlos
Stromschnellen
Stern des Himmels
Dunkle Gassen, schwimmende Straßen
Das Schwarze Auge des Wirbels
Mactans
Gefallen an die Tiefe Tochter
Das Ende der Zivilisation
Auf der Straße nach Norden
Kamele, wilde Goblins und mordende Ziegen
Muktur – Die Unbezwingbare
Decurie Olruk
Swavskari – Walwut
Aschengeister
Mamureks Knochen
Dies Irae – Tag des Zorns
Angst wird Fleisch
Rostroter Knochenkult

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Es beginnt...

- Gratia Lapis, nördliche Provinz des Bosparanischen Reichs, an den Ausläufern des Koschim-Gebirges -

“Still gestanden!”, der langgezogene Ruf des Decurio hallte über den Platz der kleinen Kaserne, “Richt euch, die Augen geradeaus!”
Ein Rucken ging durch die Legionäre und vereinzeltes Scharren von Sandalen auf Stein war zu hören. Einzelne Soldaten, die sich an die vorgegeben Reihe der anderen Kameraden vor ihnen anpassten und ihre Füße nachzogen.
Der Decurio in seiner schimmernden und hochpolierten Rüstung verzog das Gesicht beim Anblick des Haufens und ging dann selbst in Stellung, trat an seine Position im Innenhof, die er sich vor zwei Jahren mit schwarzer Kreide markiert hatte.
Die Sonne blendete ihn zu solch früher Morgenstunde wie immer, reflektiert von den roten Ziegeln der Gebäude um ihn. Im Rücken der angetretenen Legionäre trat nun der Centurio Pryshus an ihn heran, er meldete Pflichtbewusst wie jeden Tag und übergab damit die Einheit an diesen ab.
“Alle vollzählig und gesund, Herr Hauptmann!”
“Ausgezeichnet Gaius, einreihen.”, antwortete der Centurio und ging an ihm vorbei. Der Decurio Gaius Claudius Darbonius musste sich das Zucken seiner Mundwinkel verkneifen und ließ sein Gesicht zu einer Maske werden, er hasste es, wenn der Centurio auf den Titel, den er sich mühsam erarbeitet hatte, verzichtete und ihn mit Gaius ansprach. Als er neben den anderen Unteroffizieren der Legio VI. Septentrio angekommen war und sich ihnen einreihte, hatte Pryshus schon mit seinem Bericht angefangen.
“… wir verstärken daher den Außenposten und die Palisaden auf einer Länge von Zwanzig Meilen und lassen sie gegen anrennen…”
Gaius raunte seinem Kameraden Thuan zu ohne seinen Blick vom Centurio zu nehmen “Ich war kurz unaufmerksam, neue Befehle aus Bosparan?”
“Ja, mit einem Meldereiter gestern Nacht angekommen, die Orks rollen weiter vor und Havena hat eine Kompanie verloren. Wir sollen die Posten verstärken bevor sie hier sind und uns auf sie vorbereiten.”
Als ob die Politiker in der Hauptstadt wüssten wie die Schwarzpelze agieren, geschweige denn aussehen. Die haben ihr letztes Gefecht vor einem halben Jahrhundert gegen die sandfressenden Tulamiden geführt. Einen Ork haben sie noch nie gesehen."

“… und deshalb wird Decurio Gaius Claudius Darbonius zurück nach Bosparan beordert.”, der Centurio hatte unbeirrt weiter seine Rede gehalten und die Entschlüsse der Shinxirpriester und Hochgeweihten in Bosparan verkündet.
Gaius hatte erneut nicht ganz der Rede folgen können, die nun von Taktischen Spielereien zu ihm gewandert war. Es ging um ihn und eine Versetzung. Nach Bosparan… wieso genau, interessierte auch nicht wirklich.
Gaius löste sich aus der Formation und schritt auf die Mitte des Exerzierplatzes, salutierte dort wieder vor dem Centurio. Hinter ihm konnte er deutlich das Gemurmel seiner Legionäre hören. Was genau sie sprachen konnte er nicht verstehen, da sie sich Mühe gaben leise zu sprechen. Dafür würde er sie später durch den Dreck schicken!
Hauptmann Pryshus holte ein zerknicktes Pergament unter seinem Gürtel hervor und begann vorzulesen. Es ging um seine Beförderung zum Prätorianer, er habe sich in Bosparan bei Hochwürden Athrenius von Belhanka zu melden um seine Ausbildung dort weiter fortzusetzen.

Wieder stieg die Wut in ihm Hoch als er den Befehl in den Händen des Mannes vor ihm sah. Heiß kochte es in ihm und Gaius spürte, wie sein Gesicht rot wurde. Zum Einen war das Pergament zerknittert, was sicherlich bei Ankunft des Schreibens noch nicht der Fall war, zum Anderen hatte er sich vor Fünf Jahren um die Position eines Prätorianers bemüht. Fünf Jahre musste es also dauern bis jemand mit seinen Fähigkeiten entdeckt wurde. Es folgte eine Beglückwünschung seines Vorgesetzten und wurde zurück geschickt.
Damit war das Antreten beendet und die Legion löste sich nach dem lauten Ruf “Rührt euch!”

Als er seinen Gedanken folgend zu seiner Schlafstätte stiefelte bekam er Gespräche der Anderen mit, die über ihn sprachen und sich unverholen freuten, dass Decurio Gaius abkommandiert wurde. Der Soldat ging weiter und steckte die Hand in seinen Lederbeutel am Gürtel und massierte die Speerspitze, die er damals einem erschlagenen Orken-Krieger abgenommen hatte und nun als Glücksbringer betrachtete. Die Wut lies sich manchmal damit kontrollieren – meistens dann, wenn er für Fehlverhalten seiner Legionäre ihnen die Mängel aus dem Leib prügeln wollte.
Die Orks mochten mit ihrem Glauben an Brazoragh mehr Disziplin erreichen als die Geweihten des Hornissengottes!

- Insel Orkhin, Zvavnirsheim, Runensteine nördlich des Fischerdorfs -

Das Thing hatte gerade begonnen und es lag eine bedächtige Stille über dem heiligen Ort. Bevor sie vom kleinen Fischerdorf im Westen den kleinen Berg nach oben zu den Runensteinen gegangen waren, hatten einige der Hetleute den Metkrug kreisen lassen.
Sie waren guter Stimmung durch die ertragreichen Überfälle auf die südlich gelegene Stadt Nostria und hießen dies den Grund für ihr ungezügeltes Benehmen. Ein solches Treffen kam nicht allzu oft zu Stande,
es gab wenig Kontakt zwischen den einzelnen Dörfern zwischen der steinigen Küste und wenn die Beute aus dem Süden ausblieben überfielen sich die Nordmänner gegenseitig, sie plünderten und brandschatzten, vergewaltigten und ermordeten. Meist war die Lage in dem unfruchtbaren Land angespannt und die wenigen Schafe und anderes Weide-Vieh wechselten oft den Besitzer. Am gestrigen Tage hatte man alle Differenzen hinter sich gelassen und gefeiert, heute wurde Thing gehalten.

Nebelschwaden umwaberten den einzigen Baum an der steinigen Küste der Insel um den damals die kleinen Menhir angeordnet wurden um den auf See verstorbenen Hjaldingern zu gedenken.
Vigvaldr war sich sicher, dass die Ahnen hier stark waren, dass es hier eine Pforte zu Svavnirs Hallen gab. Die Stille wurde von Ragnar durchbrochen, ein Hetmann aus dem fernen Torwjald, seine Stimme jedoch war nur ein Flüstern,
“Die Rockträger haben uns erneut von dem Reich der Horasier erzählt. Es scheint wohl im Süden Städte zu geben, wie die aus den Geschichten, Sagen und Legenden unserer Vorfahren.
Sie sind ebenso wie wir aufgebrochen zu dem neuen Land und verpesten es mit ihren Göttern. Die Tatsache ist nicht neu, doch ihre Gier nach Land hält nicht an.
Mehr als Zehn mal Hundert Winter ist es her, dass Svavnir unsere Ahnen unter Jurga Tjalfsdottir vor den gyldenländischen Eroberern schützte. Die Kantarer wollten uns damals unser Land nehmen,
sie werden es auch dieses mal versuchen, Zehn mal Hundert Winter später. Und ich sage sie werden scheitern. In Nostria haben wir erfahren, dass sie kurz vor unseren Grenzen stehen und nur noch an den Schwarzpelzigen Orks scheitern.”

Ein Raunen wurde laut bei Erwähnung der schwarzen Krieger aus dem Osten, was aber dem Ort geschuldet recht schnell abflaute. Die Stimmen im Nebel hörten sich trotz flüstern intensiver an und hallten leicht zwischen den Steinen.
Vigvaldr hatten Geschichten von den Wesen hinter dem Berg gehört, die allzu blutig und lebensverachtend auch Hjaldinger abgeschlachtet hatten. Nach Olafjord waren sie bisher nicht gekommen. Ihre Art und Weise zu plündern unterschied sich elementar von der, die Hjaldinger auszeichnete.
Außer dem Blut der Gestorbenen ließen diese Orks nichts zurück. Es gab keine Leichen, die man bestatten konnte.

Ein anderer Hetmann den Vigvaldr kannte, der große Asgrimm Yarison aus Hjalsvidra, ergriff das Wort: “Ich sage wir kommen den Hunden zuvor!”
“Das Wohl, Asgrimm, ich denke ebenso! Wir fallen in die Stadt ein und plündern sie wie die Nostrianer.”, Ragnar erntete ein Nicken aus allen Reihen der Nordmänner, erneutes Gemurmel wurde laut und sie bekundeten ihre Zustimmung.
Vigvaldr dachte an seinen Bruder, der vor ein paar Monden nach Bosparan aufgebrochen war und seitdem nicht wiederkam. Bosparan… so sagten die Händler der Cyclopeninsel, die von der Stadt erzählt hatten. In seinem Kopf ging Vigvaldr die Vielzahl der Möglichkeiten durch, die sie hatten.
Er dachte an die riesigen Krieger aus dem Süden und seine Brüder aus der Windhalla. Die Raubzüge der vergangenen Jahre auf andere Städte und Überfälle der Orks hatten das Hjaldingsche Volk dezimiert. Sie hatten seit Jahren zu wenig Menschen, zu wenig Krieger… die Helden der Geschichte wurden geboren und starben so schnell wie sie erschaffen wurden.

“Ich sage, wir handeln nicht unüberlegt!”, Vigvaldr fuhr sich durch seinen Bart und sprach etwas lauter um das Gerede der Anderen zu übertönen,
“Ich sage, wir sehen uns Bosparan an und entdecken ihre Schwachstellen. Das ist keine Hafenstadt, wir können vielleicht nicht mit unseren Drachenschiffen durch die Flüsse setzen.”
Es wurde wieder leise zwischen den Steinen und die Männer hörten ihm zu.
“Ich sage, wir dringen in ihr Herz ein und töten sie von innen heraus. Ich habe lieber einen Dolch im Rücken des Feindes als dass ich ihn unvorbereitet und stumpf von vorne angreife und es misslingt, weil die Axt bricht! Wir müssen lernen wie die Kantarer denken und es ihnen gleich tun.

Die Worte waren gesprochen und er hoffte, dass sich ein solches Denken nicht auf ihn übergriff. Sein Vorschlag war Klug, aber auf keinen Fall Weise, das wusste er auch. Zu Lernen wie der Feind dachte, konnte ihn in das Netz aus Intrigen und Dekadenz einwickeln, seinen Geist lähmen und ihn schwach machen. Was er wirklich über die Stadt Bosparan dachte behielt er für sich – Den Rest des Things hing der Wind- und Wellenrufer aus Olafjord seinen Gedanken nach… er rief sich die Geschichten an seinen verschollenen Bruder und die Märchen, die die Händler der Cyclopeninsel von der Stadt zu erzählen wussten, ins Gedächtnis.

- Suburbia, Unterstadt und Handwerksviertel der Hauptstadt Bosparan -

Der Hammer drosch wieder und wieder auf das glühende Metall ein und gab ihm die endgültige Form. Die drei Kanten der Klinge waren gelungen und konnten, nachdem sie abgekühlt waren, mit dem Wetzstein geschärft werden.
Dariminos blickte auf und betrachtete das Werk seines Lehrmeisters Corodovan. Es war perfekt wie immer, aber hatte einfach keinen Anspruch. Seit Tagen schon stand er an der heißen Esse und gab dem Erz seine neue Form.
Die Legionen brauchten neue Waffen und sie waren beauftragt worden diese zu fertigen. Zufrieden legte der Ingorosch-Geweihte seine Arbeit neben den Amboss und blickte Dariminos gut gelaunt an.
Schweiß stand auf seinem Gesicht, den er sich nun mit seiner rußigen Schürze vom Gesicht wischte und es dunkel färbte.
“Wie weit bist du mit den Hölzern für den Griff?”
“Alle fertig. Sie warten nur noch auf die Spitze”, gab Dariminos zurück und blickte sehnsüchtig auf den Hammer, den der Schmied unachtsam auf den Amboss gestellt hatte. Jederzeit könnte er herunterfallen, so wie er da an der Kante stand.
Wie gerne würde er ihn ergreifen und selbst gegen die Spitze des Kentema führen, ihr eine neue Form geben. Das Metall war immer noch heiß.
“Du hast alle fünfzig Stäbe geschnitzt? Warum hilfst du mir dann nicht?”

Dariminos seufzte, “Wir haben hier nur zwei Essen. Eine belegst du, die Andere gehört Eslamius, der lässt mich da nicht ran. Werkelt wohl an einem neuen Mechanismus für eine Uhr. Wie kann ich dir noch helfen? Immerhin habe ich dir schon das Holz angepasst.”
“Da magst du Recht haben, der Simia-Geweihte hütet die Schmiede auch wenn er sie nicht braucht.”, ein brummiges Lachen kam von dem Schmied.
“Nagut, dann geh du für mich zu Acorobeyus. Er hat wohl noch ein paar Brocken Endurium bei sich in der Schmiede. Der Centurio der Prätorianer will eine neue Schwarzstahl-Rüstung”, die Augen von Dariminos leuchteten auf.
Schwarzstahl und Endurium waren Begriffe, die sein Herz entflammten. Er hatte noch kein Metall unter seinem Hammer gehabt, das edler als Gold war. Solcherlei Metalle waren meist zu weich und gaben keine guten Waffen ab. Dariminos legte oft Wert auf die Eigenschaften, da eine gylden schimmernde Kette oder ein silberner Ring wenig nutzen hatten. Zu oft hatte er in der Arena gestanden und sein Leben in die Hand eines unbekannten Schmieds gelegt in der Hoffnung er verstünde seine Kunst.
Seinem letzten Gegner war dies nicht vergönnt gewesen. Auch wenn er dankbar war und es dem Willen Ingorosch zuschrieb, dass er überlebte, so sollte doch kein fähiger Gladiator so sterben.

Dariminos Schritte lenkten ihn, während er so vertieft war, wie von selbst durch die Suburbia in das Armenviertel Haldurias. Er übersah die vielen Bettler auf der Straße und musste das ein oder andere Mal durch eine Gasse, die an einem anderen Tage noch nicht dort war. Mitten auf der Straße wurden Hütten gebaut, die ein Durchkommen erschwerten oder den Weg komplett versperrten. Nach einer kleinen Brücke bog er nach rechts ab in die Schmiede von Acorobeyus.
Der ehemalige Gladiator der Blutgruben klopfte an das große Scheunentor und öffnete diese ohne auf eine Antwort zu warten.
“Ah, Herzlich Willkommen Bosparans-Sohn.”, Acorobeyus blickte von seiner Werkbank auf und hielt eine Eisenform in beiden Händen. Seine Oberarmmuskeln spannten sich und er drückte das Metall in einen Halbkreis, legte es ab und drückte mit seinem Finger kleine Löcher hinein.

Dariminos trat näher, “Guten Morgen, ein neues Hufeisen?”
Der Mann an der Werkbank nickte zufrieden und warf es in eine große, hölzerne Kiste neben sich, in der schon andere Hufeisen lagen.
“Wenn du wegen dem Erz hier bist, kommst du zu spät. Ich habe ihm bereits eine neue Form gegeben. Die Rüstung ist fertig, du kannst sie gerne für mich in der Kaserne abgeben.”
Enttäuschung und Wut kamen gleichermaßen in ihm nach oben. Er hätte gerne selbst das allmächtige Erz gegossen und von Fremdmetallen befreit. Der Auftrag wurde Corodovan gegeben und nun hatte Acorobeyus die letzten Krümel benutzt.
Seine Arbeit war sicherlich gut wie immer, daran zweifelte Dariminos nicht. Nun war er aber statt Schmied nur der Überbringer der Rüstung.
Anstatt zu widersprechen nahm der ehemalige Gladiator das Werk des Agrimoth-Akoluthen und stiefelte in Richtung der Kaserne…

- Villa YaTharios, Großstadt Punin, Yaquiria Superior-

Abu eilte zu der große stählernen Pforte und öffnete einen Spalt, damit der Reiter, der vor dem Tor verweilte, hereinkommen konnte. Als der Mann an ihm vorbei ritt, schaute der junge Sklave ihm hinterher. Ein Tulamide auf einem Pferd, das war wahrlich selten. Gerade in Punin, wo man seinesgleichen nur als Sklave antraf und sie die Pferde der hohen Herren lediglich abbürsten und waschen durften. Dieser hier stand nun auf dem Innenhof der mit kleinen Granitplatten ausgelegt war und wartete, dass Abu das Tor verschloss und zu ihm herankam. Der Haussklave verschloss das schwere Portal und beeilte sich zu dem Reiter aufzuschließen. Sein Pferd hatte er derweil mit einfachen Befehlen zum großen Brunnen in der Mitte des Platzes dirigiert, wo es nun begierig das kühle Wasser trank.

“Willkommen Herr, im Hause YaTharios zu Puninum. Wie kann ich euch helfen. Der Dominus und Pater Familias ist derzeit abwesend.”, Abu hatte den Mann auf Bosparano angesprochen, wie es ihm beigebracht worden war.
Dieser antwortete nun allerdings in feinstem Tulamidya. Abu bekam einen Schauer auf dem Rücken als er die alte Sprache vernahm.
“Ich will ohnehin nicht zu dem Herrn des Hauses. Ich suche seinen Sohn Lucardus. Eine dringende Nachricht aus der Pentagramma-Akademie.”
“Herr Lucardus ist in seinem Beschwörungsraum. Er ging heute bei Sonnenaufgang hinein und sagte er mag nicht gestört werden.”
“Nun, die Nachricht kommt direkt von seinem Meister, wir sollten ihn vielleicht unterbrechen”, der Mann sah in den Himmel und besah sich den Stand der Sonne, schirmte seine Augen wohlweislich mit der Hand ab.
Abu betrachtete den Mann im Schein der Brajanos-Scheibe. Seine Kleidung war bosparanischer Machart – seine Toga mit Schärpe wurde unter dem langen Reisemantel verborgen, der nur vor Staub der Straße schützen sollte.
Er war wohl schon recht lange auf dieser Seite des Limitantes. Abu wusste, dass er Meister Lucardus nicht stören durfte und wenn diese Nachricht nicht wichtig wäre, würde der Haussklave die Konsequenzen tragen müssen.
Wenn die Nachricht hier herumläge und er sie ihm erst später geben würde, wäre er ebenso verärgert. Er hatte ein hartes Los gezogen und wünschte sich die Rückkehr des Pater Familias. Solange dieser nicht da war, lag die Verwaltung der Villa in Punin bei seinem Erstgeborenen.
“Also gut, wenn Ihr sagt es ist wichtig, dann beeilen wir uns lieber.”

Abu band das Pferd an einem Sockel des Brunnens an und führte den Unbekannten durch das große Haus. Demeya, eine andere tulamidische Sklavin die in der Küche diente, kam ihnen im Atrium entgegen und Abu wies sie an, sich weiter um das Pferd zu kümmern.
Dann standen sie vor einer großen Tür dessen Rahmen mit Bronze umfasst war, auf der Tür prangte ein Schnörkel, von dem Lucardus erzählt hatte es sei die Sprache und Schrift von Dämonen. Auf interessierte Nachfragen von Abu wollte oder konnte der Magus aber nicht antworten. Er wich ihm aus und schickte ihn los um unnütze Sachen zu erledigen.
Der Sklave klopfte gegen die schwere Tür, achtete darauf die bronzenen Zeichen darauf nicht zu berühren. Sie warteten einige Lidschläge vor der Tür, es kam keine Reaktion von der Innenseite. Abu wollte gerade ein zweites Mal klopfen, als sich der Bote an ihm vorbeidrängte und die Tür öffnete.
Der Herzschlag des Bediensteten beschleunigte sich und er bekam Panik, folgte dem Mann ohne Namen aber…

Lucardus YaTharios stand in einem mit lilaner Kreide auf den Boden gemalten Sieben-Stern vor einem kleinen Tisch und starrte krampfhaft in die Schale, die auf diesem Stand. Seine Hände hatte er zu Fäusten geballt, er reagierte nicht auf die beiden Besucher.
Es war totenstill in dem Raum, kein Geräusch kam von den Sandalen des Fremdlings, der durch den Kreis schritt und auf den Tisch zu. Abu, kurz schockiert von dem Anblick seines Dominus, ging ihm hinterher, wollte er doch seinen so wehrlosen Herrn beschützen, falls ihm der Bote etwas tun wollte. Weder einen Namen hatte er genannt noch sich ausgewiesen mittels Sigille. Der Sklave schalt sich einen Narren und zog seinen Dolch unterm Gewand hervor, dabei verwischte er aus Versehen ein Teil des Heptagramms und die Hölle brach los.

Lucardus starrte hinunter auf das Meer aus Feuer und Tod, welches sich unter ihm erstreckte. Flammenlanzen stießen aus dem See mit flüssigem Glas hervor und verbrannten eine Frau, die in die Dimension geraten war. Ihr zerschundender Leib war tätowiert, Blasen bildeten sich auf der Haut und zerstörten die Bilder. Sie wand sich unter Schmerzen und schrie stumm zu ihm empor. Es wirkte beinahe so, als ob sie ihn direkt ansah, doch ihre Pupillen waren weiß und gebrochen. Die Frau war blind…
Verbranntes Fleisch und angesenkte Haare, es stank danach und er versuchte sich weiter auf die Szenerie zu konzentrieren. Er war immerhin freiwillig hier und wollte dem Ganzen den Schrecken nehmen. Er versuchte sich an das zu gewöhnen, so es ihm möglich war. Viele Magier die schwächer waren als er, waren in der Akademie mit dem Wissen an diese Glut gebrochen worden. Dann war alles vorbei.
Feuer schoss zu ihm empor und er wich zurück. Die Magie war verflogen, seine Studien wurden abgebrochen. Zornig blickte er sich in dem Raum um und fand die Ursache der Störung. Ein bärtiger Tulamide im Reisegewand trat durch das Heptagramm unbeeindruckt auf ihn zu, eine Rolle in der Hand, die er ihm hinhielt. Rasch ging er die Möglichkeiten durch, er wollte diesen Sandfresser strafen. Lucardus ging seine Zauber im Kopfe durch und fand einen, der ihm geeignet erschien.

“Igni-”, weiter kam er nicht. Der Magus wurde von den Beinen gerissen, Hitze erfüllte seinen Rücken und er stürzte zu Boden. Rasch drehte er sich um und erblickte es…
Etwas war mit ihm durch das Tor gekommen. Ein Wesen mit Flügeln und Peitsche stand am Tisch neben der Schale, es qualmte und rauchte mehr als dass es brannte. Kälte schlug ihm entgegen… das Un-Feuer der Niederhöllen.

Der Tulamide vor Abu legte die Schriftrolle auf dem Tisch ab und und murmelte etwas in einer fremden Sprache. Das Rauchmonster hinter dem Tisch löste sich langsam auf, unfähig sich zu bewegen oder noch einmal mit der Peitsche zuzuschlagen.
Lucardus erhob sich mit krummem Rücken und wandte sich dem Monster ebenso zu, sprach dieselben Worte wie der Tulamide. Abu konnte es nach ein paar Augenblicken den Dämon nicht mehr sehen, die Männer sprachen dennoch weiter bis der Tulamide schließlich aufhörte und auf die Rolle deutete.
“Magister Balphemors Nachricht, sie ist wichtig.”, Der Mann sprach nun auch noch perfektes Bosparano, Abu wunderte sich, wie man soviele Sprachen so gut sprechen konnte. Ein Griff unter sein Reisegewand förderte einen großen Folianten zutage, den er ebenso auf dem Tisch neben der Schale ablegte.
“Ihr solltet vielleicht euer Heptagramm erneuern, es ist verschmiert.”, als der Mann sich zu Abu umdrehte lag ein wissendes Grinsen auf seinem Gesicht. Der Sklave trat beiseite und lies ihn vorbeigehen, sein Meister strafte ihn immerhin auch nicht. Der Fremde hatte ihm ja sogar geholfen und zwei wichtige Dokumente gegeben. Abu steckte das gezogene Messer zurück unter seine Kleidung. Dort fühlte er etwas, was dort nicht hingehörte. Papier.

“Hol die anderen Nutzlosen! Räumt hier auf!”, der wütende Schrei von Lucardus holte ihn zurück in die Gegenwart. Eine Ader pulsierte auf seiner Stirn, sein Gesicht war hochrot.
Abu eilte in Richtung Küche um die Anderen zu holen. Im Atrium blieb er kurz stehen um nachzusehen, wieso er Papier in seinem Gewand hatte, das ihm nicht gehörte. Beschrieben war es in der Sprache seines Vaters, oben stand sein Name: Abu ibn Abu und unten am Rand Sadiqi. Das bedeutete Freund im Tulamidischen. Die Nachricht war wohl für ihn, aber lesen konnte er die Sprache leider nicht. Die ganze Seite war vollgeschrieben mit vertrauten Symbolen.

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1. Tag der Ausbildung
Die Berichte des Abu ibn Abu

Es ist der 2. Tag im Monat des Schlingers oder wie die Bosparaner sagen würden, 32. Effard.
Bosparan ist wirklich groß, nicht das ihr mich falsch versteht, ich mag es nicht Sklave zu sein, ich rede einzig und allein von den Ausmaßen der Stadt und seinen Vorstädten. Jede einzelne Vorstadt ist so groß wie Yol-Fassar und es wahren mehr als drei solcher Vorstädte, Bosparan dann selber ist auch noch mal mindestens so groß wie drei mal Yol-Fassar, einfach gigantisch.
Mein Dominus Lucardus YaTharios hat mir befohlen mich bei der Prätorianer-Garde einzuschreiben, irgend so eine Militär Klamotte ist das wohl, ich bin gespannt.

Bei der ersten Ansprache im Innenhof der Kaserne stellt ein Centurio namens Athrenios von Belhanka die Prätorianer vor als “das Eliteregiment”, wo jeder eine schwarze Rüstung trägt, super stark ist und auch noch schlau, na der muss es ja wissen.
Mit dem Beitritt geben wir angeblich unseren Namen ab, dafür das wir das aber tun, stellen wir uns mit Namen vor und reden uns auch gegenseitig so an, ganz schön inkonsequent dieser Laden hier.
Erst einmal bekommen wir erzählt was hier alles so abgeht, fünf Uhr morgens aufstehen dann körperliches Training, dann Essen, dann geistiges Training, dann Essen und anschließend Freizeit von 18-22 Uhr, anschließend schlafen oder wache halten, wenn dieser Zeitplan wahr ist und auch das ich hier kein Sklave mehr sein soll, dann muss ich sagen, ist es Wert der Gefahr hier ins Auge zu blicken und zu hoffen das sich mein Schicksal wenden wird, wie es die große Spinne vorher geplant hat. Angeblich soll noch kein Prätorianer je in einem Kampf gefallen sein, wer’s glaubt wird selig.
Drei Jahre geht die ganze Suppe hier und anschließend, naja anschließend ist man wohl Prätorianer und beschützt den Horas, den obersten Herrscher der Bosparaner.
Im laufe der Zeit soll man hier wohl auch ein Schild bekommen und das bemalen, ich bin mal gespannt, Farbe habe ich hier noch keine Gesehen, aber was ich drauf Pinsel, das weiß ich schon.
Wir sind eine Decurie, also eine Einheit bestehnd aus zehn Prätorianeranwärtern, unser Gruppenanführer oder auch Decurio genannt ist Gaius Claudius Darbonius.
Der Decurio scheint herrisch zu sein, und meinem Dominus scheint das gar nicht zu passen, so ist es eben wenn man als Dominus mal wie ein Sklave zu kreuze kriechen muss, ich kann mich an der Peinigung meines Dominus gar nicht satt sehen.
Der Vorgesetzte unseres Decurios ist wohl ein Unteroffizier mit Namen bzw nicht Namen, haha, Amenelaos Phyrikos, wie sie alle keine Namen haben, ich schmeiß’ mich weg.

Zuerst soll ein Kampftraining gemacht werden, wir bekommen kurze Holzschwerter, die sich wie ich finde aber eher und besser wie Dolche führen lassen denn Schwerter. Es kämpfen der Decurio und mein Dominus gegen den Nordmann und mich. Bei allen Niederhöllen, wie soll ich denn meinen Dominus schlagen, wenn das hier doch nur eine Episode in Sachen Neugier meines Dominus ist und er morgen wieder geht, weil er keinen Bock mehr hier drauf hat, bekomme ich jeden Treffer den ich gegen ihn lande zehnfach zurück, was mache ich also, genau, ich schlage absichtlich gegen sein Schwert um ihn nicht zu treffen, aber den anschein zu wahren als das wir kämpfen würden, mein Dominus scheint das gleiche zu machen, wobei ich mir bei den ersten beiden Schlägen nicht sicher bin ob er absichtlich gegen meine Waffe schlägt, oder ob er versucht hat mich zu schlagen.
Auf einmal hört Lucardus auf auf mich ein zu schlagen und schaut mit etwas zusammen gekniffenen Augen den Nordmann neben mir an, ich bemerke das und höre auch auf zu schlagen, anscheinend ist er mehr am zuschauen interessiert zwischen dem Nordmann und unserem Decruio, als er auf einmal Igniqueris laut sagt und sich ein Kranz aus Feuer wie eine Schlinge um den Hals des Nordmanns bildet. Der Decruio versucht meine Unachtsamkeit mit einem Hieb zu strafen, den ich aber schaffe zu parrieren, während noch seine Waffe an meiner Waffe abgleitet, mache ich einen beherzten Sprung rückwärts um mich vom Decurio zu lösen. Der Nordmann scheint erschrocken und lässt sein Holzschwert fallen um zu versuchen die Feuerschlinge mit seinen Händen zu entfernen, was aber nur zu schmerzen in seinen Händen führt, während dessen er von dem Decurio angegriffen wird und Lucardus ruft: “Auf den Nordmann!”. Nach ein bis zwei Hieben wird das ganze vom Unteroffizier beendet und wir dürfen unter Führung eines verschrumpelten und humpelnden Grolms namens Orrgelmur dem Logistikmeister hier bei den Prätorianern unsere Zimmer beziehen.

Kaum haben wir alle Sachen in die Kisten unsere Zimmers gelegt als Lucardus ein Gesicht macht das ich schon kenne, er will etwas bzw. seine Neugier scheint angesprungen, also mache ich das was ich immer mache, ich frage meinen Dominus ob er etwas benötigt, er sagt nur ich soll mitkommen und so schweige ich und laufe ihm hinter her. Er führt mich nach draussen zum Centurio der fragt wo die anderen sind und ob er alleine mitbekommen hat das wir antreten sollen, darauf meint Lucardus das er es gehört hat, also den Befehl zum antreten und das die anderen noch auf der Stube sind. Der Centurio befehligt Lucardus einen Schlagstock für jeden zu holen und die anderen auch gleich mit zu bringen, also laufen Lucardus und ich los die Schlagstöcke zu holen, ja, drei mal dürft ihr raten wer die tragen muss, richtig ich, anschließend gehts auf die Stube und Lucardus sagt bescheid.
Die anderen sind so Freundlich und nehmen sich jeder einen Schlagstock und wir laufen zurück zum Centurio. Der scheint meinen Lucardus aber ganz schön auf der Pfanne zu haben, er will das wir ihn alle verprügeln, aber das wird nicht gut für mich ausgehen, ich darf nicht die Hand gegen meinen Dominus erheben als lasse ich meinen Schlagstock fallen und versuche mit meinem Körper den von Lucardus zu schützen, eine sehr schmerzhafte Erfahrung, aber auch wie Skorpione ihre kleinen Kinder schützend auf ihrem Panzer tragen wenn sie noch zu klein sind und sich nicht wehren können, so muss ich da stehen wo ich bin und der Panzer für meinen Dominus sein.
Der Centurio befiehlt halt und ich habe wohl doch noch Glück, nur ein einziger Schlag hat mich getroffen, eine leichte Betäubung macht sich in meinem rechten Oberschenkel breit, doch genug ist nie genug, der Centurio fragt ob ich Lucardus strafe hinnehmen will, und mit voller Stärke und Überzeugung nach außen hin sage ich ja, ein schmerzhafter Fehler. Alle schlagen auf mich, zumindest glaube ich das, die Welt dreht sich und auf einmal hebe ich sogar ein kleines Stück ab und lande außerhalb des Kreises den alle um mich herum gebildet haben dieser Riese hat mir einen Schlag dermaßen hart in den Magen gesetzt das ich schon gar nicht mehr laufen kann, aber um das Gesicht meines Dominus zu wahren und auf Gnade hoffen zu dürfen, versuche ich in den Kreis zurück zu kriechen, alles dreht sich und das Schicksal scheint mit mir zu sein, der Centurio sagt noch irgend etwas und dann Heilt mich dieser Nordmann, er heilt mich, dieser Nordmann muss magisch begabt sein, höchst interessant, die anderen scheinen das erst einige Stunden später zu verstehen beim Abendessen.

Der Centurio schickt uns über den Hindernissparkur, es ist hier echt lustig, hier kann man gut trainieren, ich muss mich mal erkundigen ob man hier auch in seiner Freizeit hin kann um sich zu verbessern, als der Decurio in die Gülle fällt, kann ich ihn endlich überholen und komme als erster im Ziel an, aber leider war ich nicht schnell genug, die Uhr war schon rum, aber eines Tages werde ich es schaffen, der Centurio und zwei seiner Männer machen es vor wie man das ganze schaffen kann mit Zusammenarbeit, aber mich interessiert das nicht, ich will diesen Hindernissparkur alleine in der Zeit schaffen, und wenn ich trainiere, dann wird das auch passieren.

Nun ist es 17 uhr, wir bauen die Esstische wieder auf und nehmen unser Abendbrot zu uns, aber von Brot alleine kann nicht die rede sein, nein es ist das beste und fleischahltigste Essen das ich seit meiner Gefangenschaft der Bosparaner hier bekommen habe, einfach super, ich stecke mir noch heimlich sechs Scheiben vom Brot ein, für den nächsten Morgen, denn morgens soll es nichts zu Essen geben und ich liebe es morgens etwas zu essen zu haben, ich finde es sogar noch viel wichtiger als abends gutes Essen, aber hier in dieser Kultur scheint das keiner zu verstehen.

Die Zeit ist reif, es ist 18 uhr und ich darf bis 22 uhr machen was ich will, ich gehe erst einmal zum Brajan Tempel, der gute Carach hat mir während der geistigen Fortbildungsstunde erzählt das man dort hingehen kann um lesen und schreiben zu lernen, ich treffe vor Ort eine Brajan Priesterin, die mir erzählen will das Brajan ein Götterfürst ist und über allen steht, so eine scheiße kann sie für sich behalten, aber naja was sagt man nicht alles um zu bekommen was man will, also spiele ich mit, sage schön ja und amen und siehe da, die Priesterin will mal schauen ob man hier nicht jemanden findet, der das schöne Tulamidya in Schrift vermitteln kann, und das beste kommt erst noch, es kostet nichts und bezahlt werde ich angeblich auch noch von den Prätorianern dafür das sie mich ausbilden und angeblich darf laut Gesetz mein ehemaliger Dominus mir nicht mein Geld weg nehmen. Nach dem ich aus dem Tempel raus bin schaue ich mich noch ein wenig um, es gibt hier einige Tavernen und ein Bordell, wo man für Geld ficken kann, ich muss mich mal bei meinen Mitkameraden schlau machen, was man so zahlt für Sex, ich will ja nicht zu viel Geld ausgeben.

Nun ist es schon spät, ich schlendere zurück und kann mich noch eine Stunde auf’s Ohr hauen, angeblich darf man hier laut Carach immer die erste Nachtwache halten, also bereite ich mich daraf vor, und ruhe mich aus.

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Legenden sterben doch
Tagebuch des Gaius, aus der Familie der Claudier

In der Nacht vom 32 Effard auf den 33 Effard im fünfzigsten Jahr nach Fran-Horas Invictus Krönung, wurden wir alle als Neulinge zur Nachtwache verdonnert. Ein gar recht sinnloses Unterfangen in einer Stadt wie Bosparan, außer ein paar zerlumpten Bettler haben wir hier nichts zu befürchten. Es gab keine besonderen Vorkommnisse, nur einige meiner Männer wurden von ihrer Müdigkeit überwältigt, es gelang allerdings sie bis zum Morgengrauen wieder wach zubekommen. Das Aufregendste war gar die, wohl wöchentliche, Brotlieferung.
Nachdem die Wache beendete war ging es für uns wieder auf den Platz in der Mitte der Kaserne. Nach der Morgendlichen Ansprache, die der vom letzten Tag sehr glich, war wieder Training angesagt. Ich kämpfte diesmal mit Vigvaldur, oder wie sich der Hjaldinger nannte. Da er einmal seine Deckung vernachlässigte Versuchte ich, da er nicht besonders viele Möglichkeiten dafür lies, den schlag für ihn abzufangen. Da sah ich wie Al’Tiburunus Thuan fast tot prügelte mit einem abgebrochenem Kurzschwert. Ich schritt ein, war es doch meine Pflicht als Decurio meine Männer davon abzuhalten, das sie sich gegenseitig töteten. Al’Tiburunus und sein Partner Maloschin, schienen darüber nicht besonders glücklich, sahen es aber doch ein und ich musste nicht zu härteren Mitteln greifen, habe sie aber weiterhin im Blickfeld.
Danach versuchten wir uns wieder einmal an der Hindernisbahn, allerdings unser Magier der es wohl am nötigsten hätte zu üben wurde abgestellt um mit dem Centuriomagus irgendetwas zu üben, es stellte sich im Nachhinein heraus das sie einen Dämon beschworen, was Vigaldur nicht besonders zu freuen schien. Wir schafften diesmal den Pakour deutlich besser als beim letzten Mal, da wir in Gruppen von drei Mann vorgingen, nach erstem Abschluss versuchten wir uns noch einmal an einigen Hindernissen um neue Möglichkeiten auszuloten diese zu überqueren. Vor allem Bockspringen, erwies sich bei Hindernissen bei denen weit gesprungen werden musste als nützlich, aber auch diversere Kletterhilfen wie die Räuberleiter, kamen bei der Eskaladierwand und anderen Kletterhindernissen zum Einsatz. Bei den Balancierbalken scheint es sehr nützlich sie Hand in Hand abzuschreiten um so weniger auf das Gleichgewicht achten zu müssen. Bei dem Hindernis bei dem man unterdurch gleiten sollte, hilft wohl vor allem eine gute Rüstung.
Wir gingen danach zurück zu essen, ich sah mir allerdings noch einmal an was die Magier dort geraden Taten, und es kam zu Vigvaldurs Reaktion.
Danach wurde ich wieder mit dem Theorie unterricht, dieses fürchterlichen Shinxir-Hochgeweithen gequält, der Unterricht bei Amenelaus, wirkte auf mich deutlich näher an der Praxis.
Da wir an diesem Abend nicht Wache halten mussten würfelten ich und ein paar meiner Kameraden.

Am 34. Effard des fünfzigsten Jahres von Fran-Horas Invictus Herrschaft. Kam es zu einem Merkwürdigen Vorkommnis, die andere Decurie, angeführt von einer Frau und auch noch Rondragläubigen, dieser Glaube ist nur eine Modeerscheinung, kam erst gar nicht und traf dann während unsere Nahkampftrainings ein. Einer von ihnen hatte ein Loch, vermutlich von einer Sense, in der Brust. Und war definitiv tot. Der nächste hatte einen Arm verloren, schien aber nur auf dem Niveau einer Fleischwunde zu sein. Nach einer kurzen Besprechung, sprach mich Abu an das es wohl bessere wäre zu trainieren. Ich fand den Vorschlag gut und lies die acht, da mein Magier Lucardus den verwundeten Helfen sollte, an in 4er gruppen gegeneinander zu Kämpfen und ging durch die Reihen und zeigte, vor allem den nicht sehr Kampferfahrenden, einige Tricks und Kniffe. Thuan lies ein bissiges Kommentar hören, muss ihn wohl mal wieder bestrafen. Nach einiger Zeit schlossen auch die anderen Prätorianer der Rondra-Decurio sich uns an, ich fand es erschreckend wie viele Fehler ich selbst noch bei ihnen finden konnte. Kein Wunder das sie gegen ein paar Bettler so stark dezimiert wurden.
Danach folgte wie immer ein Mittag essen und der Theorieunterricht, der heute von Amenelaus geführt wurde. Er war eindeutig, zumindest was die Theorie anging, der bessere Lehrmeister, allerdings scheinen sich seine Kenntnisse nur ein wenig über meinen zu befinden. Vielleicht ist es mir auch bald möglich den Theorieunterricht selbst zu leiten.
In meiner Freizeit machte ich einige Besorgungen in Bosparan, ein wenig Wein und ein paar Rosinen. Als ich wieder in der Stube war legte ich mich auf mein Bett, ich war gerade eingeschlafen, da kam Abu an mein Bett und erzählte mir von seinen Beobachtungen am Ucurius-Tempel in den Elendsviertel. Außerdem erfuhr ich auch das wir heute Nacht eine Patrouille um Bosparan durchführen sollten. Diese Wachdienste wurden immer lächerlicher, jetzt sind wir also auch nur bessere Stadtgardisten oder wie?
Wir kamen an der Stelle vorbei die Abu mir beschrieb, sahen uns noch einmal Kurzum konnten aber nichts finden. Wir setzten unsere Patrouille fort, um einige Straßen weiter von einer Explosion erschüttert zu werden…

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Alles Routine
Aufzeichnungen von Vigvaldr Hjørmarrson

4. Schlachtmond 1049 JL
Die plötzliche Explosion lässt einen Splitterregen auf uns herab, der bei mir zu ein paar kleinen Kratzern führt, aber Abu schreit laut auf. Die kleine Person, welche uns entgegen geschleudert wird sieht genauso aus wie die Kreatur in der Kaserne – ein Grolm wie ihn die Kantharer nennen. Noch während ich mich sammle kriecht eine Dunkelheit aus dem Haus hervor und verschluckt alles Licht. Ich sah so etwas schon in der Runajasko, beherrsche den Zauber aber leider nicht. Gaius schickt derweil Carrach und Al’Tiburunus aus der Dunkelheit fort, um die Stadtwache zu holen.
In der Dunkelheit hören wir den Grolm zetern und dann fallen, jemand hatt ihn sich geschnappt. Durch rufen kann ich mich zu Abu vorantasten, er hatte sich gegen die Hauswand gelehnt, und ihn dann aus der Dunkelheit tragen. In Abus Bein steckt ein, für so einen kleinen Mann, großer Glassplitter, den ich herausziehe, um dann seine Wunde mittels Magie zu verschließen. Abu muss kräftiger werden, ich kann ihn nicht immer zusammenflicken.
Während ich damit beschäftigt bin Abus Blutung zu stoppen und ihm mittels Magie neue Lebenskraft einzuhauchen, widmet sich Gaius dem Grolm. Dieser wird von einem, für kantharer Verhältnisse, großem Mann in der Uniform der Soldaten am Hals festgehalten und gegen eine Hauswand gedrückt. Auf das Gezeter konzentriere ich mich nicht, aber seinen Namen werde ich später noch erfahren: Meister Dogal. Gaius scheint mit den antworten des Grolms alles andere als zufrieden zu sein, da er ihm ziemlich heftig ins Gesicht schlägt, ich sehe sogar etwas Blut spritzen.
Aus der Dunkelheit erklingen nun die Stimmen zweier Frauen, welche nach dem Grolm rufen und sehr verängstigt klingen.
Gerade als ich Abu dabei helfe aufzustehen und wir testen, ob er sein Bein belasten kann, da verzieht sich die Dunkelheit langsam und das Licht der Laternen glimmt wieder auf. Ebenso sehen wir nun, dass ein kleines Feuer im zerstörten Haus gerade am vergehen ist.
Kurz nachdem Gaius, zusammen mit Lucardus das Haus, das untere Stockwerk sieht aus wie ein Geschäft, betreten hat, kommen aus eben jenem zwei Frauen heraus. Die eine ist rothaarig und anscheinend die ältere, die andere hat walnussfarbenes Haar. Wären da nicht die unterschiedlichen Haarfarben würde ich sagen die beiden sind Geschwister. Vielleicht Halbschwestern?
Die beiden sagen, sie wären in diesem Kurios Kruisotat Kuriositätengeschaft , einem Laden, in dem man Spielzeug und und allerlei Krimskrams kaufen kann, gewesen, um ein Tsatagsgeschenk für ihren Vater zu kaufen – was auch immer ein Tsatag ist.
Mittlerweile ist auch Gaius zu uns gekommen und hört, dass die beiden die Töchter eines Senators sind und zwar Retos von Rabenmund. Auf Nachfrage, was denn Senatoren seien, fängt die eine Frau, ob der Antwort Gaius’ “Schweinehunde”, an zu weinen, während die andere wütend wird und Gaius sich lieber dem Grolm und dem Soldaten zuwendet. Abu, der sich mit den Gepflogenheiten der Kantharer besser auskennt, schafft es die beiden Frauen zu beruhigen und verspricht ihnen, dass wir solange mit ihnen hier warten, bis ihre Sänfte, was, wie ich dann später sehe, ein Holzkasten ist, welcher mit Tüchern verhangen ist und von Männern getragen wird, während der Besitzer darin sitzt. Zu faul zum laufen diese Kantharer.
Gaius hat derweil anscheinend mit dem Soldaten einen Streit angefangen, denn er schlägt in diesem Moment mit seinem Schwert nach ihm, trifft aber nicht. Das ist nicht wirklich ehrenhaft von Gaius, nach einem unbewaffneten zu schlagen, der auch noch einen Grolm in der linken Hand hält. Der Soldat bleibt aber ruhig.
Der Soldat lässt den Grolm los und nach ein paar Schritt bin ich auch schon zu Stelle, schnappe mir das kleine Ding und halte ihn an den Schultern fest. Da der Grolm sogar noch kleiner als Abu ist zappeln seine Beine in der Luft.
Mittlerweile hat sich eine Menschenmenge um uns gebildet, aber zum Glück kommen recht bald Carrach und Al’Tiburunus mit der Stadtwache zurück, ebenso die Sänftenträger der beiden Senatorentöchter.
Der Soldat, inzwischen zu uns herüber gekommen, stellt sich als Titus Tercius Toramus vor und entschuldigt sich bei den beiden Frauen für die Unannehmlichkeiten. Der Stadtwache übergebe ich den Grolm und dann gibt Gaius auch schon den Befehl zum weitermarschieren. Abu hätte ihn fast verpasst, da er noch die beiden Frauen zu ihrer Sänfte führte. Immerhin bekommt er von der einen noch einen Kuss auf die Wange – gut, dass ich ihn geheilt habe, ansonsten hätte er nicht gerade stehen können.

So gehen wir weiter durch das Elendsviertel. Gaius lässt einen Weinschlauch kreisen und mir wird erklärt, was genau nun Senatoren sind. Anscheinend beraten sie den Horas und sich sehr mächtige Männer in Bosparan. Allerdings sind sie sehr eitel und ständig auf ihr Aussehen bedacht.
Wir folgen also Carrach durch die Straßen der nächtlichen Stadt, über eine Brücke und ein Stadttor in das Handwerkerviertel. Tagsüber muss es hier wohl sehr voll sein, es gibt mehrere Tempel und viele Stände für Händler, aber in der Nacht ist alles verlassen.
Danach schwenken wir in den Hafen ein und gelangen durch das Westtor nach Alt-Bosparan – dem Herzen der Stadt. Und man kann zwar von den Kantharern halten was man will, aber ihre Hauptstadt ist wirklich atemberaubend! Riesige Gebäude aus weißem Stein und überall wird Gold verwendet. Ich hätte nicht gedacht, dass mich noch mehr beeindrucken könnte, aber der große Platz auf den wir nun kamen lehrte mich eines besseren. Er ist riesig und völlig leer. Tagsüber muss er total überfüllt sein, aber heute Nacht ist er fast verlassen. Die wenigen Menschen, die ihn überqueren, halten sich am Rand, wir aber gehen quer hinüber. In der Mitte steht eine riesige, viereckige, goldene Säule, welche spitz nach oben ausläuft.
Das beeindruckendste Gebäude am Platz ist aber ein großer Tempel, ebenfalls mit viel Gold verziert, der anscheinend ebenfalls Brajan, dem Sonnen- und Herrschergott der Kantharer geweiht ist – jedenfalls befinden sich an ihm die selben Symbole wie auch an dem Tempel, in dem ich in der kantharischen Schreibkunst unterrichtet werde. Nur viel größer und viel aufwendiger gestaltet.
Schnellen Schrittes gehen wir weiter, passieren ein Stadttor und überqueren eine weitere Brücke, bis wir endlich wieder bei der Kaserne sind. Etwa fünf Stunden lang waren wir unterwegs, sodass ich nun versuche noch etwas Schlaf zu finden. Der Tag morgen wird kaum weniger anstrengend werden als die letzten.

5. Schlachtmond 1049 JL
Nach einem kurzen, nicht sehr erholsamen, Schlaf werden wir von einem lauten Tritt gegen die Tür unserer Barracke geweckt. Schnell ziehen wir uns die schwarzen Rüstungen an und treten hinaus zum Appell.
Überraschender Weise sind viele neue Rekruten in den Rüstungen der Soldaten im Innenhof – anscheinend brauchen die Kantharer ständig neue Prätorianer. Nachdem der Centurio die selbe Rede wie an unserem ersten Tag gehalten hat, wird unserer Decurie ein Rekrut zugeteilt – es ist Titus, der Soldat von gestern. Oh Agniz, was für einen grausamen Humor Du hast. Gaius sieht man schon an, dass ihm das überhaupt nicht schmeckt.
Nungut, Gaius wird die Kontrolle über die Ausgestaltung der heutigen Übungen übertragen und so setzt er als erstes einen Übungskampf an. Lucardus, Al’Tiburunus, Tuan und Carrach kämpfen gegen Titus, Dariminos, Malugin und mich, während Gaius versucht Abus Kraft aufzubauen. Nach einigen Schlägen wird offenbar, dass Titus mut unseren Leistungen im Schildkampf überhaupt nicht zufrieden ist. Doch bevor er uns einige nützliche Kniffe verraten kann, verzaubert Lucardus den armen Malugin, sodass er so steif ist wie ein Stein wird, und begibt sich zu den beiden anderen kantharischen Magiern.
Gaius kommt nun zu uns herüber und hört gerade noch wie Tuan, mal wieder, schlecht über ihn redet. In der darauffolgenden Diskussion zwischen Gaius und Titus über die Frage, wer hier wen ausbildet kommt es wieder zum Streit und Gaius verdonnert Titus zu Liegestützen. Zu seinem Ärger schließen sich Carrach und Tuan freiwillig der Bestrafung an.
Wir machen mit unserem Übungskampf weiter und Al’Tiburunus schafft es tatsächlich sein drittes Schwert an diesem Tage und Dariminos’ Schild zu zertrümmern. Dieser Mann ist ein wahres Monster.
Nach einem kurzen Gespräch zwischen Gaius und Lucardus entsteinert dieser Malugin wieder, woraufhin der in der Bewegung erstarrte noch seinen Schlag zu Ende ausführt und ganz schön verdutzt schaut – diesen Zauber würde ich auch gerne lernen, er scheint sehr nützlich zu sein.
Wie auch immer, wir begeben uns nun zur Hindernisbahn und Gaius schickt Titus im Alleingang und in voller Rüstung voraus. Natürlich braucht er sehr lange für den Lauf und ist am Ende auch dementsprechend erschöpft. Nichtsdestotrotz läuft er auch noch eine zweite Runde mit uns mit. Das gegenseitige Helfen klappt heute nochmals besser als gestern, aber die ungewohnte Bewegung in der Rüstung verlangsamt uns nochmals. Vor allem Titus hilft bei allen Stationen eifrig mit, obwohl er ziemlich erschöpft sein muss.

Nach dem Lauf begeben wir uns wieder in Richtung der Kaserne, um Mittag zu essen. Oder eigentlich um zu frühstücken, wir bekommen morgens ja nichts. Unterwegs rede ich ein wenig auf Titus ein und versuche die Wogen zwischen Gaius und ihm zu glätten, wir können nicht noch ein Spannungsfeld wie mit Lucardus in der Decurie gebrauchen.
In der Kaserne bauen wir die Tische auf und während Abu dem Koch bei den Vorbereitungen hilft rede ich auch noch mir Gaius. Anscheinend war kurz zuvor auch schon Abu mit dem selben Thema bei ihm, wir beide müssen die gleichen Gedanken zu dem Thema haben.
Bei Pilzsuppe setzten wir uns an die Tische. Links neben mir sitzt Gaius, rechts von mir Abu und neben ihm Titus.
Wir sprechen so über dies und das, bis wir beim Thema Winter und Schnee angekommen sind. Abu hat tatsächlich in seinem Leben noch nie Schnee gesehen! Sein Heimatland muss wirklich heiß sein, vermutlich hat er deswegen diese bronzefarbene Haut. Um ihm also Schnee zu zeigen beschwöre ich ein klein wenig und reiche es ihm, er ist wirklich fasziniert vom kalten Tod. Und anscheinend haben nun auch Gaius und die anderen endlich gemerkt, dass ich Magie wirken kann. Bei Swanfer, manchmal denke ich wirklich die Kantharer haben nur Heringe im Kopf.

Nach dem Essen geht es für Carrach, Abu und mich wieder zum Schreibunterricht in den Tempel des Brajan. Es ist mal wieder sehr langweilig und diese kantharischen Schriftzeichen sind auch unnötig kompliziert – die könnte sich nicht einmal Agniz als Streich ausdenken.

Pünktlich zur fünften Stunde nach Mittag finden wir uns wieder in der Kaserne zum großen Essen ein, bei dessen Vorbereitung Abu erneut hilft. Es gibt wieder eine reichliche Menge Fleisch und Brot, aber leider kein Honig – vielleicht sollte ich mal mit Orgelmurr darüber reden.
Nachdem wir fertig sind bekommt unsere Dekurie den Befehl heute Nacht noch einmal in der Stadt Patrouille zu gehen. Deshalb begebe ich mich zurück in die Barracke, um noch ein wenig Schlaf zu bekommen.

10 Stunden nach Mittag beginnen wir mit der Nachtwache und starten, wie gestern, beim Bordell Schwanenflug und setzten den Weg fort in das Viertel der Reichen mit ihren Villen. Viele Menschen scheinen hier zu feiern, man hört Musik und Gelächter. Carrach geht erneut voraus, er kennt den Weg. Wir waren zwar gestern auch shcon unterwegs, aber nach fünf Stunden Wanderung und der Spannung gestern bin selbst ich mir nicht sicher, ob ich den Weg gefunden hätte. Bosparan ist einfach zu groß!
Unser Weg führt uns erneut an dem achteckigen Gebäude, dem Oktagon, vorbei, in dem die kantharischen Magier Draugr erheben sollen, aber anscheinend hat nicht einmal Lucardus dort Zutritt, er kommt wohl von einer anderen Akademie. Wie viele Magier diesem Horas wohl unterstehen? Dass muss ich noch in Erfahrung bringen.
Wir passieren den Tempel des Gottes Aves auf dem nach ihm benannten Hügel, einem Gott den man um Beistand bei langen Reisen bittet. Auf dem Meer beschützt mich Swanfer, aber für lange Reisen über Land könnte dieser Aves durchaus nützlich sein, ich sollte dem Tempel mal einen Besuch abstatten.
Heute Nacht scheint irgendein fest oder Feiertag stattzufinden, zumindest sind noch viele Leute unterwegs und in der passierten Arena findet ein Kampf statt. Am Farmerlorsfeld schließlich haben Händler ihre Stände aufgebaut und viele Menschen sind unterwegs.
Als wir am Tempel des Ucuri ankommen fällt uns auf, dass das Blut, welches am Vortag noch da war, entfernt wurde. Irgendetwas liegt hier im Argen.
Der Grolmenladen liegt noch immer zertrümmert da und scheint zu allem Überfluss wurde dieser auch noch geplündert. Ich hoffe das ganze fällt nicht auf uns zurück. Wenn der Centurio schon wegen eines nicht weitergeleiteten Antritts-Befehls Prügel verteilen lässt, dann will ich mir gar nicht vorstellen, was passieren mag.

Nach nur wenigen dutzend Schritt gellt “Haltet ihn!” durch die Straße und eine kleine, vermummte Gestalt rennt auf uns zu, biegt dann aber knapp zehn Schritt vor uns in eine Gasse ein.
Abu reagiert blitzschnell und wirft mir seinen Helm zu, den ich leider nicht zu fassen kriege, und rennt der Person hinterher, ich setzte mich auch sofort in Bewegung und versuche zu den beiden aufzuschließen, aber der Kleine ist unglaublich schnell. Und so schafft er es auch die Person einzuholen, bevor ich einen Zauber einsetzten muss, um die Person zu stoppen.
Von Abu mit dem Schwert bedroht drehen wir sie um. Es ist ein kleiner Junge, dem die linke Hand fehlt! Er hat wohl nur einen Apfel gestohlen und Dieben wird in Bosparan eine Hand abgehackt. Abu bleibt hart und unfreundlich, aber ich bin mir sicher, dass er genauso viel Mitleid mit dem armen Jungen hat. So lassen wir ihn laufen und Abu drückt ihm sogar noch ein paar bronzene Münzen in die Hand.
Doch als wir zum Händler zurückkehren, den Gaius mittlerweile beruhigen konnte, erfahren wir, dass der Junge wohl ein “Namenloser” ist, ein Kult, der sich freiwillig verstümmelt, um seinem Gott zu dienen. Vielleicht haben sie ja keine Namen, da sie sich an den Prätorianern orientieren? Oder sogar andersherum? Da muss ich nachforschen.
Außerdem sollen wohl viele Bettler diesem Kult angehören. Ob es da einen Zusammenhang mit dem Angriff vorgestern gibt?

So verlassen wir das Elendsviertel und gelangen wieder ins Handwerkerviertel. Auch hier ist heute weitaus mehr los als gestern. Am Eisenmarkt kommt ein Mann auf uns zu, der die gleiche Hautfarbe wie Abu hat. Wie nannte man sie? Tulamyden, glaube ich.
Jedenfalls spricht er mit Abu in seiner eigenen Sprache. Anscheinend hat ihm der Händler Bosch ein Trüffelschwein verkauft, dass keine Trüffel finden kann – Trüffel sind Pilze, die im Boden wachsen und sehr wertvoll sind, wie man mir auf Nachfrage mitteilt.
Der Händler Bosch derweil schaut feindselig zu uns herüber, zusammen mit einem weiteren Mann. Beide sind mit Knüppeln bewaffnet.
Abu derweil schickt Carrach und Al’Tiburunus los die Stadtwache zu holen, da wir als Prätorianer wohl nicht ganz zuständig dafür sind.
Auf einen leisen Befehl Gaius’ machen Titus und ich uns bereit den Tulamyden zu schnappen. Allerdings bemerke ich fünf, ebenfalls bewaffnete, Männer in den Schatten des Platzes und weise sowohl Titus, als auch Gaius darauf hin. Letzterer setzt diskret die anderen in Kenntnis, woraufhin Abu eine Haustür öffnet und wir alle hineinstürmen – ich schnappe mir vorher aber noch den Tulamyden.

Im Inneren wird dieser verhört und seine Geschichte klingt glaubwürdig. Auch meint er zu wissen wer die Männer in den Schatten sind. Ein Syndikat – eine Art Gruppe von Verbrechern – welches sich Schwarze Witwen nennt. Wieso benennen sie sich nach Witwen? Und warum haben diese Kantharer so eine Vorliebe für Schwarz?
Als wir unser weiteres Vorgehen diskutieren wäre mir beinahe ein großer Fehler unterlaufen. Die Prätorianer haben den Mythos des im Kampf unbesiegbaren Kämpfers und ich habe doch tatsächlich ausgeplaudert, dass vorgestern ein Mitglied der anderen Decurie gefallen ist. Zum Glück hat mich Gaius noch aufgehalten und so habe ich es dargestellt, dass der Gefallene ein Anfänger war, noch nicht einmal ein Mitglied.
Währenddessen schaut Abu aus der Tür und berichtet, dass sich inzwischen zehn Bewaffnete auf dem Platz befinden.
Allerdings meldet er auch, dass Carrach und Al’Tiberunus zurückkommen, deshalb begeben wir uns wieder auf den Platz. Die beiden Trottel haben sich allerdings von der Stadtwache vertrösten lassen, diese wird wohl später kommen.
So gehen wir ohne weitere Unterstützung zu Bosch und reden mit ihm. Dieser ist sehr unfreundlich und auch ungehalten. Nach einer kurzen Diskussion, welche Tempel um diese Uhrzeit noch offen haben und ob man den Streit nicht in einem dieser lösen lassen könnte.
Als noch mehr Bewaffnete aus einer Taverne auf den Platz kommen machen wir uns bereit, nehmen den Tulamyden in die Mitte und erwarten einen Kampf. Ich frage Gaius’ ob ich einen waterfista wirken soll, doch bevor eine kritische Entscheidung gefällt werden kann erscheinen 6 Gardisten und einige Bewaffnete ziehen sich in die Taverne zurück.
Abu schlägt nun vor, dass Bosch und der Tulamyde mit den Wachen mitgehen um den Streit zu lösen und beide Stimmen diesem Vorschlag zu.

Endlich gehen wir weiter und machen uns auf den Weg nach Alt Bosparan. Doch An der Straße, die zum Westtor führt werden wir wieder zum stehen gezwungen.
Neben der Straße liegt ein Mann im Gras und regt sich nicht. Die anderen meinen an der Kleidung, typisch kantharische Robe mit einem purpurnen Saum, zu erkennen, dass dieser Mann einer dieser Senatoren sei.
Gaius dreht ihn um und will ihn anscheinend mit ein paar Fußtritten in den Fluss, den Yaquir heißt er, glaube ich, zu befördern. Darüber gerät er mal wieder! mit Titus in Streit und ich muss zugeben, dass man einen Mann nicht einfach so in den Fluss wirft.
Während beide sich noch immer streiten untersuche ich den Leichnam. Die Todesursache ist ganz klar ein gezielter Stich zwischen die Rippen und ins Herz – das war kein Laie!

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Waldesahnung
Die verbotenen Seiten des Lucardus YaTharios

36. EFFard 924 Horas:

Bei einer ersten Untersuchung der am Yaquir gefundenen Leiche, offenbar der eines Senators, wie seine Kleidung vermuten lies, stellte der Nordmann fest, dass er offenbar gezielt von einem professionellen Angreifer getötet wurde, da die Einstichwunde glatt durch den Intercostalraum in das Herz des Opfers eindrang.
Außerdem stelle ich die Vermutung an, dass es sich vermutlich nicht um einen Raubmord handelt, da der Senator noch wertvollen Besitz, unter anderem Amulette und Edelsteine, bei sich trug.
Außerdem trug der Senator einen Siegelring bei sich, obgleich ich nicht in der Lage war, das Siegel einwandfrei zu identifizieren, so dass die Identität des Mannes zuerst einmal ein Rätsel bleiben muss.
Zum Transport des Senators zogen wir ein Tuch, früher einmal der Vorhang vor einem Fenster, heran, um ihn unerkannt zum Castrum Travinum transportieren zu können, ohne die Blicke der Bevölkerung auf uns zu ziehen und keine Gerüchte anzustoßen.
Über die Yaquirbrücke nahmen wir, mit unserem Senator auf den Schultern des Wilden, den direkten Weg zurück zum Castrum Travinum.
Es bliebt keine Zeit, einen Umweg zu nehmen, da jede Straße und jede Kreuzung eine Gefahr der Entdeckung bedeutet hätte, so dass auf meine Anweisung beschlossen wurde, die Leiche direkt zum Castrum Travinum zu schaffen, um den Fund dort dem Centurio vorzutragen.

Im Castrum Travinum wurden wir sofort bei dem für uns zuständigen Centurio vorstellig und schilderten den Fall.
Nach der Übergabe des Siegelrings war die erste Handlung des Centurio, eine Hautzeichnung in Form eines Ankers auf der Brust des Toten freizulegen und zu sichten.
An den Edelsteinen zeigte der Centurio wenig Interesse.
Wir wurden angewiesen, den Fundort der Leiche zu markieren und den Centurio bei der Sichtung am nächsten Tag zu begleiten.
Der Dienst wurde nach dem Gespräch allerdings beendet, so dass wir die Patrouillenroute nicht komplettierten.

Pünktlich zum Sonnenaufgang folgte am Morgen das tägliche Antreten zusammen mit der anderen Decurio auf dem Hof des Castrum Travinum.
Offenbar scheint es, ob dem Eintreffen zwei weiterer Ausbildungsdecurion an diesem Morgen, als würde die Garde in großen Zügen neue Soldaten rekrutieren.
Es scheint, als wären doch mehr als gedacht im Zug auf Gareth gefallen und ich kann seitdem den Gedanken nicht verdrängen, was mit Vater geschehen sein mag.
Nach dem Morgenappell überbrachte uns der Centurio eine Einladung des Senators von Rabenmund als Dank für den Schutz seiner Töchter auf einem unserer Nachtdienste.
Natürlich ist das Misstrauen des Centurio verständlich, doch eine an mich ausgesprochene Einladung sollte nicht von seinem Interesse sein.
Ich sollte mich schnellstmöglich an Aroqa wenden, um diese Einheit verlassen zu können und zu meiner Bestimmung zurückzukehren.
Bei diesem morgendlichen Gespräch offenbarte man uns, dass der Senator offenbar der Familie Streitzig angehörte, ein durchaus einflussreiches Haus, bei dem ich mich, wohl zu recht, frage, wer sich gegen eine solche Familie stellt.
Der Dienst, so wurde uns ebenfalls mitgeteilt, wird für heute aufgrund der Einladung für den heutigen Abend den Umständen entsprechend abgeändert, um diejenigen, bei denen es nötig ist, in Umgang und Etikette zu schulen, damit sie zumindest halbwegs im Stande sein mögen, sich in der besseren Gesellschaft Bosparans zu bewegen.
Während der Nordmann offenbar darüber nachzudenken schien, wie es ihm gelingen könnte wenigstens wie ein halbwegs gepflegter Sklave zu wirken gelang es mir nur mit Mühe, die Freude über die Rückkehr in die mir angestammte Gesellschaft zu verbergen, auch wenn diese nur für einen einzelnen Abend sein möge.
Während die anderen versuchten, sich in irgendeiner Weise auf den Abend vorzubereiten, wusste ich natürlich von Beginn an von meinen Fähigkeiten und hatte die Möglichkeit, mich zum ersten Mal bei Tag in die Stadt hinein zu begeben, seit ich den Dienst im Castrum Travinum angetreten hatte.
Doch nach nicht all zu langer Zeit hieß es, zum Castrum zurückzukehren, um mich auf den Abend zu besinnen.

Die Vorbereitungen auf den Abend waren bald getroffen, im Gegensatz zu den anderen war ich, selbstverständlich, in der Lage, mir meine Gewandung selbst zu richten, und dass man solchen, die es sich nicht einmal leisten können, ein solches Gewand anvertraut ist ohnehin eine Schande.
Die Feier in der Villa Rabenmund selbst schien ein Maskenfest zu sein, so dass uns am Eingang ebenfalls solche, in Form von Tiergesichtern, ausgehändigt wurden; Schande nur, dass nichts davon auf der Einladung vermerkt stand, sonst hätte ich eine eigene mitführen können.
Problematisch ist, dass die Anwesenden mir zu meinem bedauern unbekannt sind, so dass die Kontaktaufnahme schwer fällt.
Doch bald, ein Glück, begab sich alles, wie es immer ist, wenn die Oberschicht trinkt und sich vergisst.
Die Senatoren wollten es sehen, obgleich ich doch kein Hofmagier bin und dies nicht meinen Dienst darstellt, so kann ich den hohen Herren einen solchen Wunsch nicht abschlagen, auch, um den Respekt zu sähen, der mir und den meinen von Standes und Fähigkeiten wegen zusteht.
Nur kurze Konzentration war nötig, das heptasphärische Tor aufzustoßen und die erste Bestie hervorzuholen, auf die meine Gedanken fielen.
Der niederhöllische Hetzer, der eiskalte und gnadenlose Jäger, Karmanath, der Hetzhund Nagrachs, das war meine Wahl.
Eiskalter Wind, ein Tor, gerissen durch die Sphären und schon floss meine Magie in geordneten Strömen.
Die Sorge fiel von mir ab, das erste Feldritual außerhalb der geordneten Akademie erfolgreich.
Schon der Anblick der Bestie schien beeindruckend genug, doch das Präsentieren eines Schwerts flößt noch keinen Respekt ein, denn nur der Einsatz vermag dies zu tun.
Ein Befehl, ein Sprung der Kreatur und nur ein Augenblick des Kampfes, bis es entschieden war.
Die Kontrolle fiel mir überraschend leicht, unfassbar wenn ich bedenke, dass mich einen Moment lang die Furcht überkam, oblgeich der Meister das als größten Fehler zu bezeichnene pflegte denn, wie der Eingeweihte weiß, spürt der Dämon die Angst.
Nach einigen Augenblicken war der Kampf zuende und meine Kraft erschöpft, grade noch genug, den Höllenhund zurück hinter den Sternenwall zu verbannen.
Ein toter Gladiator und Jubel, das war es, was blieb.
Der Auftrag erfüllt, das ist es, was zählt, und der Name in der Gesellschaft ist mir fast schon sicher.
Der Nordmann schien zwar nicht zu verstehen, wieso der Zauber nötig war, doch auch meine Erklärungen stießen bei ihm auf taube Ohren, so dass ich die Versuche einstellte.
Wenig später lies uns der Dominus des toten SKlaven rufen und bat uns in sein Arbeitszimmer.
Entgegen meiner ursprünglichen Annahme ging es nicht um den Gladiator und die Vorstellung, sondern um eine Kandidatur des Patriziers.
Es schien, als würde jemand, so seine Erzählung, Wahlkampf und Handel zu sabotieren versuchen und bot uns eine Belohnung an, wenn wir ihn bei der Aufklärung unterstützen würden.
Im Gegenzug für das Versprechen einer monetären oder anderweitig nützlichen Belohnung und für die Freistellung vom Dienst für die Zeit des Auftrags schlugen wir ein, die Saboteure zu ermitteln und unschädlich zu machen.
Nicht nur, so berichtete uns der Senator, gab es mehrmals Angriffe sowohl auf seine Plantagen, als auch auf seine Gladiatoren und es scheint, als würde jemand gezielt Rede über diese Ereignisse streuen, um den Senator zu diskreditieren.
Wir vereinbarten, den Auftrag anzutreten, sobald die offizielle Freistellung vom Dienst erfolgt sein würde und sich erneut ein vergleichbarere Vorfall zugetragen hätte, um von diesem aus direkt eine Spur aufnehmen zu können.
Als wir zu den Feierlichkeiten zurückkehrten, wurde die angekündigte Priesterin der Belkelel in die Halle geführt und begann alsbald mit ihrem Ritual der Verführung.
Als die Sklaven der Priesterin begannen, den Anwesenden die Kleidung herabzureißen entschloss ich mich, meine kostbare Tunika freiwillig abzulegen, sie aber in meiner Nähe zu behalten, obgleich es ohnehin irrelevant sein würde, da meine Kräfte sich schon vorher dem Ende geneigt hatten.
Meine Begleiter, so schien es, zogen es vor sich vor Beginn des Rituals zurückzuziehen, um sich dem Unbekannten zu verweigern.
Als das Ritual voranschritt und Luft und Stoff in blutiges Rot tauchte wurde mir bewusst, dass die Zauberwirkung an meinem Geiste zu zerren begann.
“Deine Macht ist, was deinen Geist beherrscht. Verlierst du die Herrschaft über deinen Geist bist du verloren.”, stießen ihm die Worte seines Lehrmeisters in den Kopf und unter dem stöhnen und schreien der verbleibenden Anwesenden wandte er sich, die Tunika unter dem Arm und der Stab in der Hand, dem Ausgang zu, hoffend, das Ritual möge seinen Verstand nicht zu früh brechen.
Dann tat er den Schritt in die frische Luft der Nacht, spürte und schmeckte die Freiheit und lenkte, nachdem er die Seide wieder über seinen Körper gelegt hatte, seine Schritte zurück gen Castrum Travinum…

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