Halbgott-Schmiede

Waldesahnung

Die verbotenen Seiten des Lucardus YaTharios

36. EFFard 924 Horas:

Bei einer ersten Untersuchung der am Yaquir gefundenen Leiche, offenbar der eines Senators, wie seine Kleidung vermuten lies, stellte der Nordmann fest, dass er offenbar gezielt von einem professionellen Angreifer getötet wurde, da die Einstichwunde glatt durch den Intercostalraum in das Herz des Opfers eindrang.
Außerdem stelle ich die Vermutung an, dass es sich vermutlich nicht um einen Raubmord handelt, da der Senator noch wertvollen Besitz, unter anderem Amulette und Edelsteine, bei sich trug.
Außerdem trug der Senator einen Siegelring bei sich, obgleich ich nicht in der Lage war, das Siegel einwandfrei zu identifizieren, so dass die Identität des Mannes zuerst einmal ein Rätsel bleiben muss.
Zum Transport des Senators zogen wir ein Tuch, früher einmal der Vorhang vor einem Fenster, heran, um ihn unerkannt zum Castrum Travinum transportieren zu können, ohne die Blicke der Bevölkerung auf uns zu ziehen und keine Gerüchte anzustoßen.
Über die Yaquirbrücke nahmen wir, mit unserem Senator auf den Schultern des Wilden, den direkten Weg zurück zum Castrum Travinum.
Es bliebt keine Zeit, einen Umweg zu nehmen, da jede Straße und jede Kreuzung eine Gefahr der Entdeckung bedeutet hätte, so dass auf meine Anweisung beschlossen wurde, die Leiche direkt zum Castrum Travinum zu schaffen, um den Fund dort dem Centurio vorzutragen.

Im Castrum Travinum wurden wir sofort bei dem für uns zuständigen Centurio vorstellig und schilderten den Fall.
Nach der Übergabe des Siegelrings war die erste Handlung des Centurio, eine Hautzeichnung in Form eines Ankers auf der Brust des Toten freizulegen und zu sichten.
An den Edelsteinen zeigte der Centurio wenig Interesse.
Wir wurden angewiesen, den Fundort der Leiche zu markieren und den Centurio bei der Sichtung am nächsten Tag zu begleiten.
Der Dienst wurde nach dem Gespräch allerdings beendet, so dass wir die Patrouillenroute nicht komplettierten.

Pünktlich zum Sonnenaufgang folgte am Morgen das tägliche Antreten zusammen mit der anderen Decurio auf dem Hof des Castrum Travinum.
Offenbar scheint es, ob dem Eintreffen zwei weiterer Ausbildungsdecurion an diesem Morgen, als würde die Garde in großen Zügen neue Soldaten rekrutieren.
Es scheint, als wären doch mehr als gedacht im Zug auf Gareth gefallen und ich kann seitdem den Gedanken nicht verdrängen, was mit Vater geschehen sein mag.
Nach dem Morgenappell überbrachte uns der Centurio eine Einladung des Senators von Rabenmund als Dank für den Schutz seiner Töchter auf einem unserer Nachtdienste.
Natürlich ist das Misstrauen des Centurio verständlich, doch eine an mich ausgesprochene Einladung sollte nicht von seinem Interesse sein.
Ich sollte mich schnellstmöglich an Aroqa wenden, um diese Einheit verlassen zu können und zu meiner Bestimmung zurückzukehren.
Bei diesem morgendlichen Gespräch offenbarte man uns, dass der Senator offenbar der Familie Streitzig angehörte, ein durchaus einflussreiches Haus, bei dem ich mich, wohl zu recht, frage, wer sich gegen eine solche Familie stellt.
Der Dienst, so wurde uns ebenfalls mitgeteilt, wird für heute aufgrund der Einladung für den heutigen Abend den Umständen entsprechend abgeändert, um diejenigen, bei denen es nötig ist, in Umgang und Etikette zu schulen, damit sie zumindest halbwegs im Stande sein mögen, sich in der besseren Gesellschaft Bosparans zu bewegen.
Während der Nordmann offenbar darüber nachzudenken schien, wie es ihm gelingen könnte wenigstens wie ein halbwegs gepflegter Sklave zu wirken gelang es mir nur mit Mühe, die Freude über die Rückkehr in die mir angestammte Gesellschaft zu verbergen, auch wenn diese nur für einen einzelnen Abend sein möge.
Während die anderen versuchten, sich in irgendeiner Weise auf den Abend vorzubereiten, wusste ich natürlich von Beginn an von meinen Fähigkeiten und hatte die Möglichkeit, mich zum ersten Mal bei Tag in die Stadt hinein zu begeben, seit ich den Dienst im Castrum Travinum angetreten hatte.
Doch nach nicht all zu langer Zeit hieß es, zum Castrum zurückzukehren, um mich auf den Abend zu besinnen.

Die Vorbereitungen auf den Abend waren bald getroffen, im Gegensatz zu den anderen war ich, selbstverständlich, in der Lage, mir meine Gewandung selbst zu richten, und dass man solchen, die es sich nicht einmal leisten können, ein solches Gewand anvertraut ist ohnehin eine Schande.
Die Feier in der Villa Rabenmund selbst schien ein Maskenfest zu sein, so dass uns am Eingang ebenfalls solche, in Form von Tiergesichtern, ausgehändigt wurden; Schande nur, dass nichts davon auf der Einladung vermerkt stand, sonst hätte ich eine eigene mitführen können.
Problematisch ist, dass die Anwesenden mir zu meinem bedauern unbekannt sind, so dass die Kontaktaufnahme schwer fällt.
Doch bald, ein Glück, begab sich alles, wie es immer ist, wenn die Oberschicht trinkt und sich vergisst.
Die Senatoren wollten es sehen, obgleich ich doch kein Hofmagier bin und dies nicht meinen Dienst darstellt, so kann ich den hohen Herren einen solchen Wunsch nicht abschlagen, auch, um den Respekt zu sähen, der mir und den meinen von Standes und Fähigkeiten wegen zusteht.
Nur kurze Konzentration war nötig, das heptasphärische Tor aufzustoßen und die erste Bestie hervorzuholen, auf die meine Gedanken fielen.
Der niederhöllische Hetzer, der eiskalte und gnadenlose Jäger, Karmanath, der Hetzhund Nagrachs, das war meine Wahl.
Eiskalter Wind, ein Tor, gerissen durch die Sphären und schon floss meine Magie in geordneten Strömen.
Die Sorge fiel von mir ab, das erste Feldritual außerhalb der geordneten Akademie erfolgreich.
Schon der Anblick der Bestie schien beeindruckend genug, doch das Präsentieren eines Schwerts flößt noch keinen Respekt ein, denn nur der Einsatz vermag dies zu tun.
Ein Befehl, ein Sprung der Kreatur und nur ein Augenblick des Kampfes, bis es entschieden war.
Die Kontrolle fiel mir überraschend leicht, unfassbar wenn ich bedenke, dass mich einen Moment lang die Furcht überkam, oblgeich der Meister das als größten Fehler zu bezeichnene pflegte denn, wie der Eingeweihte weiß, spürt der Dämon die Angst.
Nach einigen Augenblicken war der Kampf zuende und meine Kraft erschöpft, grade noch genug, den Höllenhund zurück hinter den Sternenwall zu verbannen.
Ein toter Gladiator und Jubel, das war es, was blieb.
Der Auftrag erfüllt, das ist es, was zählt, und der Name in der Gesellschaft ist mir fast schon sicher.
Der Nordmann schien zwar nicht zu verstehen, wieso der Zauber nötig war, doch auch meine Erklärungen stießen bei ihm auf taube Ohren, so dass ich die Versuche einstellte.
Wenig später lies uns der Dominus des toten SKlaven rufen und bat uns in sein Arbeitszimmer.
Entgegen meiner ursprünglichen Annahme ging es nicht um den Gladiator und die Vorstellung, sondern um eine Kandidatur des Patriziers.
Es schien, als würde jemand, so seine Erzählung, Wahlkampf und Handel zu sabotieren versuchen und bot uns eine Belohnung an, wenn wir ihn bei der Aufklärung unterstützen würden.
Im Gegenzug für das Versprechen einer monetären oder anderweitig nützlichen Belohnung und für die Freistellung vom Dienst für die Zeit des Auftrags schlugen wir ein, die Saboteure zu ermitteln und unschädlich zu machen.
Nicht nur, so berichtete uns der Senator, gab es mehrmals Angriffe sowohl auf seine Plantagen, als auch auf seine Gladiatoren und es scheint, als würde jemand gezielt Rede über diese Ereignisse streuen, um den Senator zu diskreditieren.
Wir vereinbarten, den Auftrag anzutreten, sobald die offizielle Freistellung vom Dienst erfolgt sein würde und sich erneut ein vergleichbarere Vorfall zugetragen hätte, um von diesem aus direkt eine Spur aufnehmen zu können.
Als wir zu den Feierlichkeiten zurückkehrten, wurde die angekündigte Priesterin der Belkelel in die Halle geführt und begann alsbald mit ihrem Ritual der Verführung.
Als die Sklaven der Priesterin begannen, den Anwesenden die Kleidung herabzureißen entschloss ich mich, meine kostbare Tunika freiwillig abzulegen, sie aber in meiner Nähe zu behalten, obgleich es ohnehin irrelevant sein würde, da meine Kräfte sich schon vorher dem Ende geneigt hatten.
Meine Begleiter, so schien es, zogen es vor sich vor Beginn des Rituals zurückzuziehen, um sich dem Unbekannten zu verweigern.
Als das Ritual voranschritt und Luft und Stoff in blutiges Rot tauchte wurde mir bewusst, dass die Zauberwirkung an meinem Geiste zu zerren begann.
“Deine Macht ist, was deinen Geist beherrscht. Verlierst du die Herrschaft über deinen Geist bist du verloren.”, stießen ihm die Worte seines Lehrmeisters in den Kopf und unter dem stöhnen und schreien der verbleibenden Anwesenden wandte er sich, die Tunika unter dem Arm und der Stab in der Hand, dem Ausgang zu, hoffend, das Ritual möge seinen Verstand nicht zu früh brechen.
Dann tat er den Schritt in die frische Luft der Nacht, spürte und schmeckte die Freiheit und lenkte, nachdem er die Seide wieder über seinen Körper gelegt hatte, seine Schritte zurück gen Castrum Travinum…

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